Gabriele Hanisch blickt im Ruhestand auf die Zeit in den Anfangsjahren ihrer Schule zurück Von Ulrike Hauke (Wertinger Zeitung)

Wertingen • Gabriele Hanisch, Lehrerin für Sport, Latein und Ethik am Wertinger Gymnasium, wurde im Juli in den Ruhestand verabschiedet. Was sie, nach ihren eigenen Worten, mit einem weinenden und einem lachenden Auge erlebt hat. Einerseits froh über die hinzugewonnene Zeit, schaut sie doch etwas wehmütig auf die vielen Jahre als Lehrkraft zurück. Von Anbeginn der schulischen Einrichtung sei sie dabei gewesen: „Das war 1970, als das Gymnasium eröffnet wurde.“ Selbst noch Studentin, unterrichtete Hanisch damals schon Sport, „…immer am Freitagnachmittag und Montagvormittag.“ So konnte sie die Unterrichtsstunden im Gymnasium mit ihrem Studium in München gut koordinieren.
Ursprünglich sei das Gymnasium als Berufsschule geplant gewesen. „Bis 1976 fand der Sportunterricht in einem Raum statt, der mit einer Grube für die anzulernenden Automechaniker ausgestattet war.“ Kurzerhand schüttete man diese zu und betitelte diesen Raum als „Turnhalle“, so Hanisch. Eng war es dort, auch daran erinnert sie sich noch. Der für damalige Zeit typische 70er-Jahre-Bau wurde erst nach und nach verändert und vergrößert. 1976, so erinnert sie sich, war es soweit, als endlich eine neue Turnhalle den Sportunterricht für sie und die Kinder erleichterte. Und dennoch: „Das Gymnasium am Ort war für Wertingen schon was Besonderes.“ Später folgten Anbauten wie die Schwimmhalle und die Sportanlage. Auch um Fachräume für die Naturwissenschaften einrichten zu können, wurde das Gymnasium erweitert. Man ging mit der Zeit, zusätzliche Computerräume entstanden. „Inzwischen haben wir richtige Laptopklassen“, sagt sie über den Ist-Zustand heute.
Die Lehrerin lächelt, wenn sie daran denkt, dass der Hausmeister in den Anfangsjahren je nach Wetterlage entschied, wo die Pausen der Schüler stattfanden: „Er hat dann ein Schild aufgestellt, worauf zu lesen war, ob die Pause drinnen oder draußen abgehalten werden durfte.“ Und wieder ist ein Schmunzeln auf ihrem Gesicht zu erkennen, wenn sie erzählt: „Über Jahre hinweg waren im gesamten Obergeschoss und in der Turnhalle bunte Plastikeimer verteilt, weil es rein geregnet hat.“ Man habe halt dann drum herumgeturnt, in der damals vorgeschriebenen einheitlich grünen Turnkleidung. Die Zusammenarbeit im Kollegium bezeichnet sie als sehr gut, denkt aber dennoch gerne an die frühen Jahre zurück: „Wir Lehrer wohnten damals alle in Wertingen und waren eine eingeschworene Gruppe, die auch privat viel miteinander unternommen hat.“ Über das Verhältnis zwischen Alt und Jung im Gymnasium sagt Hanisch, es sei sehr angenehm gewesen, ein Grund, warum ihr der Einstieg in den Ruhestand schwerfällt.
Zum Abschied haben sie Ehemalige aus ihren Tanzgruppen mit einem Auftritt überrascht. Seit 1976 initiierte und choreografierte Hanisch viele Auftritte mit den Kindern. Heute sagt die 65-Jährige: „Ich bin sehr gerne zur Schule gegangen, auch wenn sich im Unterrichten viel verändert hat.“
Text und Foto: Ulrike Hauke (Wertinger Zeitung)